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Vererbungslehre- ein Buch mit sieben Siegeln

... wohl eher mit 5 Siegeln!

 

Wenn man sich die Farbvererbung von Kaninchen anschaut gibt es sogenannte Farballele und von diesen gibt es 5. Farballele sind Ausprägungsformen von Genen, die bestimmte Farbliche Aspekte erzeugen. Zu diesen weiter unten aber mehr.

Erst einmal sollte man wissen, dass ein Kaninchen nicht nur die Farbe besitzt die man sieht, sondern auch Farben tragen kann. Es gibt also den Phänotyp, das ist die Farbe bzw. die Farbeigenschaften die man sehen kann und es gibt den Genotyp, das sind die Eigenschaften die verdeckt getragen werden. Diese werden auch Trägereigenschaften genannt.

 

Beispiel:

Ein schwarzes Kaninchen wird geboren. Seine Eltern sind schwarz und blau. Es hat äußerlich das Erscheinungsbild des schwarzen Elternteils erhalten und das andere Elternteil hat ihm im Genotyp blau vererbt. Mit einen blauen Tier oder einen Tier was ebenso blau im Genotyp trägt wird es auch wieder blaue Tiere als Nachkommen haben.

 

Dominant und rezessiv?

Aber wieso entsteht aus dem schwarzen Kaninchen und dem blauen Kaninchen überhaupt ein schwarzes?

Ganz einfach, die Gene haben eine Dominanzreihenfolge. Es gibt also dominante Gene und rezessive Gene bei der Farbvererbung. Dabei sind die Dominanten Gene immer groß geschrieben und die rezessiven klein geschrieben. 

 

Beispiel: A (Vollfarbigkeit) -> achi (verminderte Rotausprägung) usw.

 

Auch bei anderen Genen gibt es dominante und rezessive Erbgänge. Wie z.B. der Satinfaktor, der für ein Satinfell sorgt =rezessiv. Aber auch Scheckungen können dominant oder rezessiv sein.

 

Die 5 Siegel und ihre Dominanzreihenfolge

Die A- Serie

Die Gene der A-Serie sind zuständig für die Pigmentierung also Farbausprägung. Die Auflistung zeigt die Dominanzreihenfolge.

A = Vollfarbigkeit, vollständige Farbausprägung

achi = verminderte Rotausprägung, Chinchillafaktor 

am = verminderte Farbausprägung, normale Ausprägung nur noch an Schwanz, Läufen, Ohren und Maske

an = stark verminderte Farbausprägung sowie Pigmentverlust der Augen (rote Augen), Russenfaktor

a = keine Farbausprägung, weißes Fell und Pigmentverlust der Augen, Albino

Die B- Serie

Die Gene der B- Serie sorgen für die Schwarzausbreitung. Die Auflistung zeigt die Dominanzreihenfolge.

B = vollständige Schwarzausbreitung

bj = bewirkt eine flächenweise Ausbreitung von Schwarz in einer Aufteilung von heller und dunkler Farbe (Marmorierung), Japaner

b = bewirkt eine zonierte Schwarzausbreitung, Thüringerfaktor

Die C- Serie

Die Gene der C- Serie sorgt dafür, dass im rezessiven Erbgang aus schwarz havanna (schokoladenbraune Färbung) wird. Die Auflistung zeigt die Dominanzreihenfolge.

C = schwarz

c = havanna

Die D- Serie

Die Gene der D- Serie sorgt dafür, dass im rezessiven Erbgang eine Farbverdünnung von schwarz stattfindet. Es werden somit weniger Farbpigmente eingelagert. Somit entsteht blau. Die Auflistung zeigt die Dominanzreihenfolge.

C = schwarz

c = blau

Die G- Serie

Die Gene der G- Serie sorgen für Zonierungen von Einzelhaar (Bänderung) und/oder von Körperzonierungen. Die Auflistung zeigt die Dominanzreihenfolge.

G = Die Zonierung findet im Einzelhaar und Körper statt, Wildfaktor

g0 = es werden Körperzonierungen ausgebildet, jedoch keine Einzelhaarzonierung, Lohfaktor

g = es finden weder Einzelhaar- noch Körperzonierungen statt, Einfarbigkeit

Farbformeln - aus Bausteinen wird ein Ganzes

Aus diesen Genen setzt sich nun eine Farbe/Aussehen zusammen, die sogenannte Farbformeln. Zur Einfachheit habe ich den Genotyp weggelassen, somit sieht man die Farbformeln der einzelnen Farben ohne die verdeckt getragenen Gene zu beachten, welche ohnehin nur wichtig sind für die Setzung einer sinnhaften Verpaarung je nach Farben die man erzielen will.

Beispiele:

ABCDG = wildfarbig (die dominanteste Farbe) 

A(Vollfarbig), B vollständige Schwarzausbreitung, C kein havanna, D kein blau, G Einzelhaar- und Körperzonierung

 

 

 

Hier sieht man sehr gut, die Bänderung der Einzelhaare ist vorhanden und die Zonierung am Körper (helle Innenohren, helle Augenringe, heller Bauch, helle Kinneinfassung und Naseneinfassung).

ABCDg = schwarz

A(Vollfarbig), B vollständige Schwarzausbreitung, C kein havanna, D kein blau, g keine Zonierung von Körper und Einzelhaar

 

 

 

Zum Vergleich zum oberen Bild. Hier hat sich nur ein Gen geändert und schon hat man ein ganz anderes Aussehen. Aus G wurde hier g und somit keine Zonierung von Einzelhaar und Körper.

ABCdg = blau

A(Vollfarbig), B vollständige Schwarzausbreitung, C kein havanna, d  blau, g keine Zonierung von Körper und Einzelhaar

AbjCDG(g0/g) = japanerfarbig

A(Vollfarbig), bj flächenhafte Schwarzausbreitung (Marmorierung), C kein havanna, D kein blau, G(g0/g) bei japanerfarbigen/rhönfarbigen sieht man nicht was sie in der G-Serie sind, daher die Annahme G mit den anderen möglichen Varianten in Klammern

achibjCDG(g0/g) = rhönfarbig

achi (verminderte Rotausprägung), bj flächenhafte Schwarzausbreitung (Marmorierung), C kein havanna, D kein blau, G(g0/g) bei japanerfarbigen/rhönfarbigen sieht man nicht was sie in der G-Serie sind, daher die Annahme G mit den anderen möglichen Varianten in Klammern

Scheckungen

Die K-Scheckung:

Die K-Scheckung ist ein dominantes Gen. Hierzu gehören die Punktschecken, die Mantelschecken und die Weißohrschecken. Diese Scheckung ist oft mit einen Gendefekt behaftet dem Megacolonsyndrom. Deswegen sollten keine Schecken zusammen verpaart werden. Es entstehen reinerbige Schecken wo auch das Megacolonsyndrom auftritt. Diese reinerbigen Schecken haben einen sehr geringen Farbanteil und werden auch Chaplins oder auch Weißlinge genannt. Sie werden aufgrund des Syndroms nicht alt.

Formel:

k = keine Schecke/einfarbig

K= Schecke

Kk wäre eine normale Schecke, KK eine reinerbige Schecke (Chaplin)

Mantelschecke thüringerfarbig

Punktschecke dreifarbig (japanerfarbig)

Die S-Scheckung:

Die S-Scheckung ist eine Plattenscheckung auch Holländerscheckung genannt nach dem Holländerkaninchen welches diese Scheckung aufweist. Diese Scheckungsart ist rezessiv, kann also auch getragen werden. Bei dieser Scheckung kann man 2 Schecken verpaaren, da hier kein Megacolonsyndrom angehaftet ist. Oft ist jedoch die Holländerscheckung mit dem Leuzismusfaktor verbunden. Somit können bei der Verpaarung von 2 Schecken oder Trägern Tiere mit blauen Augen oder gar weiße Tiere mit blauen Augen im Nest liegen. 

Formel:

s = Holländerscheckung

S = keine Holländerscheckung

 

ss wäre dann eine Holländerschecke und Ss ein Holländerträger

 

Kuhschecken und Weißköpfe

Oftmals werden sogenannte Kuhschecken und Weißköpfe als besondere Scheckungsart angepriesen. Dem ist aber nicht so, denn es sind einfach Holländerschecken wo die  Scheckungsverteilung dieses aussehen bewirkt. Es gibt also auch keine Weißkopfträger oder ähnliches. 

blau wg HZ

wild HZ

nur kleine Abzeichen bei einen Holländerträger